Beidseitiges Abpumpen: mehr Milch in kürzerer Zeit

Eine Doppelmilchpumpe ist die beste Möglichkeit, deine abgepumpte Milchmenge zu steigern. Hier erfährst du, wie beidseitiges Abpumpen funktioniert und welche Vorteile es für dich und dein Baby hat

Double pumping: more milk in less time
Medela expert Danielle Prime
Dr Danielle Prime , Breastfeeding Research Associate, Medela:
Die Forschungsarbeit von Danielle, einer Expertin für das Hormon Oxytocin, das entscheidend für die Freisetzung von Muttermilch ist, hat dazu beigetragen, dass man versteht, wie die Laktation funktioniert. Sie ist in der medizinischen Forschungsabteilung tätig und betreibt internationale klinische Forschung, um Wissen zu verbreiten und evidenzbasierte Produkte zu entwickeln.

Wusstest du, dass es effizienter ist, beidseitig abzupumpen als einseitig? Wenn du regelmäßig abpumpst – vielleicht weil dein Neugeborenes nicht in der Lage ist, direkt an deiner Brust zu trinken, du wieder in deinen Beruf zurückkehrst oder du deine Milchproduktion steigern möchtest –, könnte beidseitiges Abpumpen die beste Möglichkeit sein, um sicherzustellen, dass dein Baby weiterhin deine Muttermilch bekommen kann.

Warum ist beidseitiges Abpumpen so effektiv?

Es liegt auf der Hand, dass beidseitiges Abpumpen Zeit spart. Frühere Studien legten aber auch nahe, dass Mütter so mehr Milch gewinnen können. 1,2 Unser Team aus Wissenschaftlern wollte unbedingt wissen, warum das so ist, und führte Vergleichtests mit einer Gruppe von Müttern durch. Sie untersuchten zunächst das Ergebnis nach dem Abpumpen beider Brüste nacheinander und dann beider Brüste gleichzeitig.

Beidseitiges Abpumpen löst einen zusätzlichen Milchspendereflex aus

Das Ergebnis ist faszinierend: Beim beidseitigen Abpumpen konnte tatsächlich deutlich mehr Milch gewonnen werden  – 18 % im Durchschnitt.3 Wir konnten auch herausfinden, warum: Die beidseitige Stimulation setzte größere Mengen des milchspendenden Hormons Oxytocin frei, sodass die Mütter einen zusätzlichen Milchspendereflex hatten.

Natürlich sind Babys die Experten, wenn es darum geht, Muttermilch zu gewinnen. Doch beidseitiges Abpumpen kommt dem erstaunlich nahe. Eine Theorie besteht darin, dass ein Baby, obwohl es jeweils nur an einer Brust trinkt, während des Stillens sehr viel Körperkontakt zu seiner Mutter hat, was sich maßgeblich auf die Ausschüttung von Oxytocin auswirkt. Beidseitiges Abpumpen wirkt vermutlich ähnlich, weil im Vergleich zum einseitigen Abpumpen doppelt so viel Kontakt und Stimulation stattfindet, wodurch zusätzliches Oxytocin ausgeschüttet wird und dementsprechend mehr Milch fließt.

Wichtig: Obwohl durch beidseitiges Abpumpen die Effektivität des Abpumpens verbessert wird, bedeutet das nicht, dass Mütter, die diese Technik anwenden, eine Überproduktion an Milch zu befürchten haben. Unsere Studie legt auch keineswegs nahe, dass beidseitiges Abpumpen die Brust effizienter entleert als ein Baby – vielmehr ist das einseitige Abpumpen der einzelnen Brüste nacheinander nicht so effektiv wie das Saugen eines Babys und das beidseitige Abpumpen kommt diesem „Goldstandard“ näher.

Durch beidseitiges Abpumpen gewonnene Milch hat einen höheren Fettgehalt

Ein weiteres faszinierendes Ergebnis der Versuche war, dass die Milch, die die Mütter beim beidseitigen Abpumpen gewannen, einen höheren Fettgehalt aufwies, als die Milch, die beim einseitigen Abpumpen gewonnen wurde. Warum? Hier spielt die Entleerung der Brust eine entscheidende Rolle.

Während des Stillens oder Abpumpens steigt der Fettgehalt der Milch stetig an. Da beim beidseitigen Abpumpen ein zusätzlicher Milchspendereflex ausgelöst und bis zu 18 % mehr Milch abgepumpt wird, werden die Brüste stärker entleert. Der höhere Fettgehalt ist also lediglich ein Zeichen dafür, dass die Brüste beim beidseitigen Abpumpen besser entleert werden als beim einseitigen Abpumpen. Für Frühgeborene, die nur geringe Mengen Milch pro Tag zu sich nehmen können, kann dieser höhere Kaloriengehalt besonders nützlich sein.

Der Pumperfolg beim beidseitigen Abpumpen ist außerdem wichtig, weil eine gut entleerte Brust deinem Körper das Signal sendet, mehr Milch zu produzieren, während Milch, die nach einem ineffizienten Pumpvorgang in der Brust verbleibt, signalisiert, dass keine zusätzliche Milch benötigt wird.4 Aus diesem Grund ist eine häufige und effektive Milchentnahme so wichtig für deine Milchproduktion.

So findest du die richtige Doppelmilchpumpe für dich

Du weißt jetzt, dass beidseitiges Abpumpen sinnvoll ist, wenn du regelmäßig abpumpen musst – aber woher weißt du, welche Milchpumpe die richtige für dich ist? Medela bietet dir eine Reihe verschiedener Doppelmilchpumpen an, die du zu Hause, bei der Arbeit oder unterwegs benutzen kannst, sowie die Symphony, eine elektrische Doppelmilchpumpe , die in vielen Geburtskliniken eingesetzt wird und die du auch für zu Hause mieten kannst. Unser Artikel So findest du die richtige Milchpumpe für dich hilft dir, die richtige Wahl zu treffen.

Freihändiges Abpumpen: Perfekt für vielbeschäftigte Mütter

Für ultimativen Komfort kannst du deine Doppelmilchpumpe mit einem speziellen Abpump-BH wie dem Easy Expression Bustier von Medela verwenden, der die Brusthauben in Position hält, damit du die Hände während des Abpumpens frei hast. Diese Kombination macht es dir nicht nur leichter, die Milchpumpe zu bedienen, sondern eignet sich ideal, wenn du während des Abpumpens andere Dinge tun möchtest, wie mit deinem Baby spielen, essen, lesen oder dein Telefon oder den Computer benutzen.

Weitere Ratschläge findest du auf unserer Webseite in dem Abschnitt Einführung in deine Stillzeit.

Literaturhinweise

1 Jones E et al. A randomised controlled trial to compare methods of milk expression after preterm delivery. Arch Dis Child Fetal Neonatal Ed. 2001; 85(2):F91-F95.

2 Auerbach KG. Sequential and simultaneous breast pumping: a comparison. Int J Nurs Stud. 1990;27(3):257-265.

3 Prime DK et al. Simultaneous breast expression in breastfeeding women is more efficacious than sequential breast expression. Breastfeed Med. 2012 Dec;7(6):442-447.

4 Kent JC et al. Principles for maintaining or increasing breast milk production. J Obstet Gynecol Neonatal Nurs. 2012 Jan-Feb;41(1):114-21.